Sehnsucht.
Drückende Leere in meinem Herzen.
Angst.
Glücklich sein.
Zwei gegensätzige Gefühle, die einander angreifen, ohne Rücksicht auf meine innerliche Stabilität zu nehmen.
Es tut weh. Es tut so weh.
Kämpfen. Doch welches Gefühl gewinnt? Welches ist stärker?
Die Angst, Einsamkeit, Verlorenheit, Betrübtheit und der Schmerz? Das Glück, die Liebe, die Hoffnung und Zuneigung?
Immer wieder prallen sie aufeinander, winden und drehen sich. Jedes Mal, wenn zwei gegensätzige Gefühle aufeinander treffen, fühlt es sich an, als würde man mir mit aller Kraft in den Magen boxen. Mir wird übel, ich habe das Gefühl mich übergeben zu müssen.
Im Sekundentakt wechselt es zwischen Lachen und Weinen, zwischen Hoffung und Verlorenheit, zwischen Schmetterlingen im Bauch und Wespen im Kopf.
Es erschöpft mich.Macht mich kaputt. Innerlich sowie äußerlich.
Ich weiß nicht, wie lange dass noch gut gehen soll.
Wie lange ich mich noch unter Kontrolle habe.
Es wird jeden Tag schlimmer, immer ein kleines bisschen unerträglicher.
Irgendwann reicht Ablenkung und haufenweiße Nikotin nicht mehr aus.
Was, wenn es soweit ist? Was tun?
Ich will nicht wieder so weit fallen, dass es hier nicht mehr funktioniert.
Ich darf die Kontrolle einfach nicht verlieren.
Weder ritzen, noch nichts mehr essen, noch mich zu oft abschießen, egal auf welche Art und Weise.
Ich muss es einfach schaffen. Eine andere Möglichkeit habe ich nicht.
Ich muss.
Freitag, 23. August 2013
Samstag, 3. August 2013
Im Zwang der Angst
Sie kommen und gehen, wann sie wollen - Angstzustände und das, womit sie verbunden sind. Ich hatte bisher nicht viel Erfahrung mit meiner emotional - instabilen Persönlichkeitsstörung, doch die jetzige Segelwoche hat mir gezeigt, wie heftig es sein kann und wie hilflos man für sich selbst ist. Auch, wenn das Segeln gerade etwas ist, wo man viel selbst regeln muss und es bestimmte Risiken gibt, ist gerade dass - seine Grenzen erreichen - etwas, was einem hilft, mit seiner Angst mehr und mehr, in kleinen, aber bedeutenden Schritten, klarzukommen.
Eigentlich will ich dieses Gefühl nie wieder erleben. Dass, was man während des Anfalls empfindet, ist die reinste Höllenqual. Es beginnt damit, dass man nervös wird. Man versucht noch darüber nachzudenken, was zu machen ist, spürt aber schon leichte Angst in sich aufkommen. Ändert sich an der Situation nichts, wird die Angst größer. Man wird zappelig, fängt an zu zittern, versucht fieberhaft etwas an der Lage zu ändern, ohne darüber nachzudenken, was man eigentlich tut.
Kühlen Kopf bewahren? - unmöglich.
Die Situation spitzt sich zu, durch die anfängige Panik gerät alles noch mehr aus dem Ruder. Dann ist sie plötzlich da, die nackte Angst.
Der Kopf schaltet aus, die Atmung wird schneller und schneller, immer unregelmäßiger und kommt stoßweiße. Man hört nicht mehr zu, denkt nicht mehr, kommt nicht mehr raus aus den Zwängen der Todesangst. Die Tränen fließen ohne Ende, man schreit nur noch, immer und immer wieder. Es gibt weder Kontrolle über das Denken, noch über das, was man tut. Gäbe es keine Hilfe und hätte man nicht schon etwas Übung darin, aus solchen Situationen herauszukommen, wüsste ich nicht, wie das ausginge. Ich bin froh, mich jedes Mal wieder so weit runterfahren zu können, dass ich die Kontrolle über mich zurückgewinnen konnte. Und ich weiß, dass ich nach jeder Panikattacke etwas besser damit klarkommen werde. Ich stehe noch ganz am Anfang, doch ich habe schon viele Hürden übersprungen.
Angst hat gute und schlechte Seiten, und beiden Seiten bringen uns Schritt für Schritt mehr über sie bei und helfen uns, sie zu verstehen.
Menschen mit einer emotional - instabilen Persönlichkeitsstörung erleben Ängste viel stärker und näher als Menschen ohne diese Krankheit. Es ist ein schwerer und langer Weg, um mit den Ängsten und deren Panik klarzukommen und irgendwann mal normal mit ihr Leben zu können.
Eigentlich will ich dieses Gefühl nie wieder erleben. Dass, was man während des Anfalls empfindet, ist die reinste Höllenqual. Es beginnt damit, dass man nervös wird. Man versucht noch darüber nachzudenken, was zu machen ist, spürt aber schon leichte Angst in sich aufkommen. Ändert sich an der Situation nichts, wird die Angst größer. Man wird zappelig, fängt an zu zittern, versucht fieberhaft etwas an der Lage zu ändern, ohne darüber nachzudenken, was man eigentlich tut.
Kühlen Kopf bewahren? - unmöglich.
Die Situation spitzt sich zu, durch die anfängige Panik gerät alles noch mehr aus dem Ruder. Dann ist sie plötzlich da, die nackte Angst.
Der Kopf schaltet aus, die Atmung wird schneller und schneller, immer unregelmäßiger und kommt stoßweiße. Man hört nicht mehr zu, denkt nicht mehr, kommt nicht mehr raus aus den Zwängen der Todesangst. Die Tränen fließen ohne Ende, man schreit nur noch, immer und immer wieder. Es gibt weder Kontrolle über das Denken, noch über das, was man tut. Gäbe es keine Hilfe und hätte man nicht schon etwas Übung darin, aus solchen Situationen herauszukommen, wüsste ich nicht, wie das ausginge. Ich bin froh, mich jedes Mal wieder so weit runterfahren zu können, dass ich die Kontrolle über mich zurückgewinnen konnte. Und ich weiß, dass ich nach jeder Panikattacke etwas besser damit klarkommen werde. Ich stehe noch ganz am Anfang, doch ich habe schon viele Hürden übersprungen.
Angst hat gute und schlechte Seiten, und beiden Seiten bringen uns Schritt für Schritt mehr über sie bei und helfen uns, sie zu verstehen.
Menschen mit einer emotional - instabilen Persönlichkeitsstörung erleben Ängste viel stärker und näher als Menschen ohne diese Krankheit. Es ist ein schwerer und langer Weg, um mit den Ängsten und deren Panik klarzukommen und irgendwann mal normal mit ihr Leben zu können.Freitag, 8. März 2013
Tränenloses Weinen
Es ist schwer zu erklären, warum ich manchmal kurz vor'm ausrasten stehe. ich weiß in solchen Momenten selbst nicht, warum, weil die Gründe, die für mein Verhalten verantwortlich sind, eigentlich zu klein sind, um so etwas auslösen zu können. ich weiß nicht, ob das etwas mit meiner emotional - instabilen Persönlichkeitsstörung zu tun hat, es besteht ja nur der Verdacht darauf ... es wäre sinnvoll.
Ich will und kann es einfach nicht mehr ertragen. Diese Wut, die in mir kocht, mich fast dazu bringt, alles auseinander zu nehmen, was mir in die Quere kommt. Dieses Gefühl, ohne Gewalt nicht mehr weiterzukommen. Dieser Drang, einmal, nur ein einziges Mal richtig losheulen zu können ... aber nie etwas anderes dabei rauskommt als dieses verängstigte vor - und zurückwippen, das hysterische Schluchzen, weinen zu wollen, nichts anderes ... immer wieder ins Kissen zu kreischen, den Selbstverletzungsdrang zu unterdrücken, sich an der Bettkante festzukrallen, um nicht mein Zimmer kurz und klein zu schlagen.
... Und immer wieder sind da diese kurzen Momente, diese entspannten fünf Sekunden, in der mir einen winzigen Augenblick lang Tränen in die Augen schießen, nur um sofort wieder zu verschwinden und das hysterische Lachen einkehrt, dass mich seit über drei jahren verfolgt.
Ich habe es satt. Ich will diese Hysterie nicht mehr in mir haben. Ich will doch nur eins: Leben.
Ich will und kann es einfach nicht mehr ertragen. Diese Wut, die in mir kocht, mich fast dazu bringt, alles auseinander zu nehmen, was mir in die Quere kommt. Dieses Gefühl, ohne Gewalt nicht mehr weiterzukommen. Dieser Drang, einmal, nur ein einziges Mal richtig losheulen zu können ... aber nie etwas anderes dabei rauskommt als dieses verängstigte vor - und zurückwippen, das hysterische Schluchzen, weinen zu wollen, nichts anderes ... immer wieder ins Kissen zu kreischen, den Selbstverletzungsdrang zu unterdrücken, sich an der Bettkante festzukrallen, um nicht mein Zimmer kurz und klein zu schlagen.
... Und immer wieder sind da diese kurzen Momente, diese entspannten fünf Sekunden, in der mir einen winzigen Augenblick lang Tränen in die Augen schießen, nur um sofort wieder zu verschwinden und das hysterische Lachen einkehrt, dass mich seit über drei jahren verfolgt.
Ich habe es satt. Ich will diese Hysterie nicht mehr in mir haben. Ich will doch nur eins: Leben.
Freitag, 22. Februar 2013
Chaos im Kopf - Teil 2
Dieser Druck.
Ich höre meinen Puls schlagen.
Er steigt … steigt … steigt …
Mein Kopf – zerquetscht von der Last, die ich seit zwei Wochen mit mir trage.
Müdigkeit. Tonnen davon drücken auf meine Lider.
Die Angst, zu versagen.
Die Angst vor der Angst.
Wimmern, schreien, weinen, ohne es zeigen zu können.
Depressionen, die mich einholen, mit ihren Fängen umkrallen, mich mitschleifen.
Keine Konzentration.
Die Bilder des Raumes, in dem ich sitze, wie sie sich immer wieder überlappen.
Unscharf … scharf … unscharf … scharf …
Stimmen überall um mich herum. Lachen. Kichern.
Alles so unrealistisch und hysterisch. Nicht … real …
Ich bin müde, so müde.
Will schlafen.
Doch Träume lassen mich nicht ruh'n.
Dröhnen im Kopf. Angst. Alptraum.
Atmen, japsen, schnaufen. Erwachen vom Wecker.
Geschlafen, aber nicht erholt.
… doch Träume lassen mich nicht ruh'n …
Aufrichten. Kaffee kochen. Gitarre nehmen, singen, und so tun, als ob nichts wäre.
Druck, dieser Druck ...
Ich höre meinen Puls schlagen.
Er steigt … steigt … steigt …
Mein Kopf – zerquetscht von der Last, die ich seit zwei Wochen mit mir trage.
Müdigkeit. Tonnen davon drücken auf meine Lider.
Die Angst, zu versagen.
Die Angst vor der Angst.
Wimmern, schreien, weinen, ohne es zeigen zu können.
Depressionen, die mich einholen, mit ihren Fängen umkrallen, mich mitschleifen.
Keine Konzentration.
Die Bilder des Raumes, in dem ich sitze, wie sie sich immer wieder überlappen.
Unscharf … scharf … unscharf … scharf …
Stimmen überall um mich herum. Lachen. Kichern.
Alles so unrealistisch und hysterisch. Nicht … real …
Ich bin müde, so müde.
Will schlafen.
Doch Träume lassen mich nicht ruh'n.
Dröhnen im Kopf. Angst. Alptraum.
Atmen, japsen, schnaufen. Erwachen vom Wecker.
Geschlafen, aber nicht erholt.
… doch Träume lassen mich nicht ruh'n …
Aufrichten. Kaffee kochen. Gitarre nehmen, singen, und so tun, als ob nichts wäre.
Druck, dieser Druck ...
Sonntag, 3. Februar 2013
Chaos im Kopf - Teil 1
Sie werden durch die kleinsten Veränderungen im Umfeld ausgelöst. Sie können tiefgründig sein, doch meistens reicht es, wenn man an der Oberfläche kratzt. Es muss nur ein Satz oder ein bestimmter Tonfall sein, und alles in mir wendet sich mit solch einer Plötzlichkeit um 180 Grad, dass sich mein Verstand für einen kurzen Moment in einer Art Vakuum befindet, bevor er wieder in der Realität aufsetzt. Danach ist es, als hätte man mir meine Gefühle für wenige Sekunden entrissen, um sie mir durchgeschüttelt und auseinandergerissen wiederzugeben. Das kann entweder Positive oder negative Folgen haben. Positiv sind sie, wenn ich vorher durcheinander, genervt, reizbar und verwirrt gewesen bin. Wenn es sich ins negative wandelt, ist es anders herum. Sobald dieser dauerhafte Wechselzustand Besitz von mir ergriffen hat, ist der Tag für mich kaum mehr zu retten. Erinnerungen schwirren durch meinen Kopf, an die ich seit Ewigkeiten nicht mehr dachte. Das war's dann. Ich verliere die Kontrolle über mich, meinen Körper. Ich lache hysterisch, ich flippe aus, umarme jeden, schreie herum, lache wieder, trete um ich, entschuldige mich, verteile patzige Antworten, weiß nicht, warum ich das mache, versuche mich zu beherrschen, schaffe es nicht, fliehe in mein Zimmer, verschließe meine Tür. Ich drehe meine Musik auf, bis zum Anschlag, falle auf mein Bett und lass meine Stimmungsschwankungen Stimmungsschwankungen sein.
Samstag, 12. Januar 2013
Existenzlos
Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt um mich herum explodiert, und zusammen mit kleinen Fetzen aus meinem Herzen wird alles, was um mich herum und in mir lebt, von mir fortgerissen. Was zurück bleibt, ist eine eiskalte, graue Welt und ein vollkommen seelisch – zerstörtes Wrack. An gewissen Tagen scheine ich nur noch als leblose Hülle vor mich hin zu vegetieren. Ich weiß nicht, ob andere etwas davon mitbekommen. Meistens bekomme ich ja selbst kaum etwas mit. Ich weiß nur, dass es diese Tage gibt. Die letzten zwei Wochen existieren nur noch schleierhaft in meinem Gedächtnis, und jedes Mal, wenn ich versuche mich daran zu erinnern, durchzuckt mich ein Blitz und alles wird schwarz.
Immer öfter fehlt mir Selbstwertgefühl. Wenn ich zwischen lauter, fröhlicher Menschen stehe, die ihr Leben frei heraus leben können, bin ich mit einem Mal ganz klein mit Hut. Früher gab es so oft Tage, an denen ich vorm Spiegel stand, mich angrinste und zu mir sagte: „Baby, du siehst echt gut aus!“ jetzt stehe ich vorm und frage mich: „was ist bloß aus dir geworden? Sieh dich doch an verdammt!“ ich hasse jene Momente, in denen ich mich so stark selbst bemitleide. Ich hasse sie wirklich. In den letzten Tagen brauchte ich so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor in meinem Leben. Aber das lag nicht daran, dass ich einfach nur im Mittelpunkt stehen wollte, auch wenn mir das in dem Moment zehn Mal lieber gewesen wäre … nein … ich hatte in den letzten Tagen so starke Zweifel an meiner eigenen Existenz, dass ich immer jemanden brauchte, der mich wenigstens mal ansah, weil die Angst, sich einfach in Luft aufzulösen, oder nur das Produkt der Fantasie eines Menschen zu sein, viel zu stark wurde. Genau da liegt auch das Problem beim Einschlafen. Ich schaffe es einfach nicht, die Ich schaffe Augen zu schließen, aus Angst, dass es für immer dunkel bleibt.
Immer öfter fehlt mir Selbstwertgefühl. Wenn ich zwischen lauter, fröhlicher Menschen stehe, die ihr Leben frei heraus leben können, bin ich mit einem Mal ganz klein mit Hut. Früher gab es so oft Tage, an denen ich vorm Spiegel stand, mich angrinste und zu mir sagte: „Baby, du siehst echt gut aus!“ jetzt stehe ich vorm und frage mich: „was ist bloß aus dir geworden? Sieh dich doch an verdammt!“ ich hasse jene Momente, in denen ich mich so stark selbst bemitleide. Ich hasse sie wirklich. In den letzten Tagen brauchte ich so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor in meinem Leben. Aber das lag nicht daran, dass ich einfach nur im Mittelpunkt stehen wollte, auch wenn mir das in dem Moment zehn Mal lieber gewesen wäre … nein … ich hatte in den letzten Tagen so starke Zweifel an meiner eigenen Existenz, dass ich immer jemanden brauchte, der mich wenigstens mal ansah, weil die Angst, sich einfach in Luft aufzulösen, oder nur das Produkt der Fantasie eines Menschen zu sein, viel zu stark wurde. Genau da liegt auch das Problem beim Einschlafen. Ich schaffe es einfach nicht, die Ich schaffe Augen zu schließen, aus Angst, dass es für immer dunkel bleibt.
Mittwoch, 12. Dezember 2012
Vergangenheitskrallen
Wann geht das Leben weiter? Woher soll man wissen, ob all das nicht nur ein einziger, grauenhafter Traum ist? An Tagen wie heute wache ich auf und habe das Gefühl, das mein Inneres wie ein Eisklotz zugefroren ist, aber außerhalb meines Körpers alles seinen gewohnten Gang geht. Tja, super. Mein Leben zieht wortlos an mir vorbei und ich stehe festgekettet an alte Erinnerungen und Gefühle da und beobachte, wie sich das stählerne Tor, der einzige Weg, der mich in meiner Welt hält, langsam direkt vor meiner Nase schließt. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich: Warum hältst du das Tor nicht einfach auf oder schlüpfst schnell hindurch, bevor es sich vollkommen verschließt? Na, ganz einfach Schätzchen. Wie soll ich es schaffen, etwas in der Gegenwart zu verändern, wenn ich seelisch noch immer im Vergangenheitszustand fühle und dort quasi als leblose Hülle vor mich hin – vegetiere? Das, was ihr hier von mir seht ist einzig und allein Beweis meiner Existenz, aber ich, ich als Persönlichkeit und Mensch, ich gehe noch immer meinen Traumweg, den ich vor ein paar Monaten, vielleicht auch vor ein paar Jahren gegangen bin. Je länger man schon in dieser Zeitspanne feststeckt, umso schneller schließt sich auch das stählerne Tor. In meiner Welt steht das Tor noch relativ weit offen, doch mit jedem kleinsten Nanometer, mit dem sich das Tor schließt, ist mir schmerzlich bewusst, dass ich mit jedem Mal, wenn die beiden offen Torflügel näher beisammenrücken, der Tatsache, einen endlos erscheinenden Schacht hinunterzufallen und nie wieder etwas anderes zu sehen als Schwärze, vollkommene Schwärze, beträchtlich näher rücke. Ich weiß, dass ich einen Weg finden muss, aus diesem ewig währenden Teufelskreis herauszufinden, doch wie? Die Zeit beginnt, meine Gefühle zu vereisen, jene Momente in meinem Leben an meine Gedanken zu ketten, so dass ich weder etwas vergessen, noch meine Meinung ändern, geschweige denn 'loslassen' kann. Ich blicke mit müden Augen hinaus zum Fenster. Es schneit. Dicke, weiße Schneeflocken schweben herab und begraben die Welt unter einer Schicht von glitzernden, leuchtenden Eiskristallen. Ein Stich zieht sich durch mein Herz hinauf zu meinen Schläfen und die gewohnten Kopfschmerzen nehmen wieder ihren gewohnten Platz in meinem Leben ein. Warum können meine alten Gefühle und Zeitspannen, die mich in der Vergangenheit festhalten, nicht auch einfach vom Schnee begraben werden und, wenigstens für eine kleine zeit, bis der Schnee geschmolzen ist, vergessen sein? Warum nicht...? Das Tor knarrt, und die beiden Türen rücken wieder ein Stück näher zusammen. Ich schlucke, sehe zu, wie die Welt, meine Welt, langsam immer mehr hinter dem riesigen Stahltor verschwindet und ich, festgekettet von Emotionen und Momenten meiner Vergangenheit, noch immer auf dem altbekannten Weg stehe und mir selbst alles wieder wegnehme, was ich mir kürzlich erst aufgebaut habe.
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